Das eigene Personal Branding im Griff

Wer hat es noch nicht getan: Sich selbst gegoogelt! Die Dinge die dabei herauskommen können sind recht unterschiedlicher Natur. So findet man zum Beispiel häufig seine Social Media Profile, eigene Websites, Erwähnungen, eventuell Zeitungsartikel oder Forenbeiträge. Natürlich muss man davon ausgehen, dass man nicht der einzige ist, der den eigenen Namen in einer Suchmaschine eintippt. Dies tun eventuell auch Freunde und Bekannte, Arbeitskollegen, Geschäftspartner oder gar der Arbeitgeber - möglicherweise sogar Pressereporter.

Beleuchtet man das Ganze also von dieser Seite der Öffentlichkeitswahrnehmung her, so wird schnell klar, welchen Stellenwert Personal Branding, also der eigene (gewollte) Fußabdruck im Web, bzw. in einer Suchmaschine haben sollte.

Der Status Quo

Interessiert man sich dafür, die auf einen selbst bezogenen Suchergebnisse innerhalb einer Suchmaschine mit zu gestalten, so besteht der erste Schritt darin, sich den Status Quo genau anzusehen und diesen zunächst zu bewerten. Dazu sollten Sie in der folgenden Reihenfolge vorgehen und sich nacheinander diese Fragen stellen:

  • Sind Sie bei Suchanfragen mit ihrem Namen überhaupt zu finden?
  • Gibt es Personen mit gleichem Namen, die das Suchergebnis "verwässern"?
  • In wie weit sind die Sie betreffenden Informationen positiv, negativ oder neutral?
  • In wie fern habe ich diese Informationen selbst unter Kontrolle?

Wo geht die Reise hin?

Nun ist man an dem Punkt angelangt, an dem man sich überlegen sollte, was zur eigenen Person beim Namen-Googlen gefunden werden soll. Unter vielen (vor allem den weniger Netz-affinen Menschen) besteht der Wunsch, möglichst keine Spuren zu hinterlassen, um nicht irgendwo in ein schlechtes Licht gerückt zu werden. Wer jedoch Ambitionen in Sachen SEO hat oder einfach nur clever agieren möchte, der dreht den Spieß um und geht in die Offensive: Man könnte zum Beispiel versuchen, einen solchen Zustand zu erreichen:

  • Die ersten 3-5 Suchergebnissen stellen die Profile der wichtigsten sozialen Netzwerke dar.
  • Anschließend folgen eigene vorzeigbare Websites, Webartikel in denen man positiv erwähnt wird oder Forenposts unter eigenen Namen, in denen man irgendetwas Intelligentes von sich gibt.
  • Zudem ist die Bildersuche mit anzusehenden Bildern von einem selbst gefüttert.

Schlussendlich könnte das Ziel sein, die gesamte Top 10 (Seite 1) in einer Suchmaschine positiv oder zumindest neutral zu gestalten. Im Bezug auf negative Fußabdrücke im Netz, sollte man so vorgehen, dass man im ersten Schritt versucht eine Löschung der Inhalte zu erwirken. Ist dies nicht möglich, so besteht die Königsdisziplin darin, genug positive Informationen in die Rankings vor die Negativerwähnungen zu befördern, dass diese sich zumindest nicht mehr auf der ersten Seite in den SERPs befinden.

Etwaige gleichnamige Personen sollte man, sofern möglich, ebenfalls verdrängen. Je nach Name ist dies unter Umständen kaum möglich. Wer einen sehr gängigen Namen wie zum Beispiel "Alexander Müller" hat, muss jedoch ohnehin rechnen, dass man auf andere Weise gesucht wird – zum Beispiel durch Anfragen wie "Alexander Müller Düsseldorf" oder "Alexander Müller aus Düsseldorf". Dem entsprechend muss hier die Strategie angepasst werden und die Personal Brand um gewisse Zusätze / Longtails erweitert werden.

Wie geht man konkret vor?

Nun stellt sich für viele sicherlich die Frage, nach dem ganz konkreten Vorgehen in Sachen Personal Branding.

Die erste Hausaufgabe bestünde in vielen Fällen sicherlich darin, die entsprechenden Social Media Profile zu einem Teil (den man genau im Griff haben sollte) nach Außen hin sichtbar zu machen. Die sichtbaren Informationen sollten in jedem Fall zumindest neutral, besser positiv im Sinne von seriös oder kompetent erscheinen. Kompromittierendes (ob nun Fotos, Texte, Links, ...) sollte auf keinen Fall nach Außen hin sichtbar gemacht werden. Meistens ranken GooglePlus- oder Facebook-Profile sowie Twitter-Kanäle von sich aus relativ gut. Gerade wenn Informationen sichtbar bzw. crawlbar sind wird dieser Effekt noch verstärkt.

Nun sollte der ideale digitale Fußabdruck aber nicht nur aus einer Aneinanderreihung von Social Media Profilen bestehen. Verfügen Sie vielleicht über eine oder mehre Websites? Befindet sich auf diesen irgendetwas Vorzeigbares? Dann sollten möglicherweise genau die Bereich auf der Seite auf ihren Namen hin optimiert werden, beispielsweise durch den eigenen Namen in der META-Description, im Text oder ein Hinzufügen von "© Vor und Nachname".

Auch macht es Sinn, sich auf die Suche nach irgendwelchen positiven Erwähnungen zu machen. Eventuell verstecken diese sich auch auf Seite 13 in den Suchergebnissen und müssen im Prinzip nur noch vorne geholt werden. An dieser Stelle könnte Linkbuilding systematisch eingesetzt werden.

Linkbuilding für das Branding

Manch einem ist das Personal Branding so wichtig, dass man es nicht allein beim Gestalten von Informationen belässt, sondern diese auch noch mit Links beschießt. Das Linkbuilding sollte dabei natürlich die Keywordrelevanzen weiter stärken. Geeignet sind zum Beispiel Blogbeiträge oder auch Forenlinks. Speziell hierbei kann natürlich auch fokussiert werden, dass die Linkquelle selbst eine positive Erwähnung darstellt und ebenfalls für eine Verbesserung der eigenen Reputation sorgen kann. So kann etwa in einem Blogposts positiv über einen "Berichtet" und gleichzeitig eine elegante Verlinkung zum Facebook- oder Xing-Profil unterbracht werden.

Gerade für den Linkaufbau im Bezug auf Personal Branding, kann auch mit einfacheren Links gearbeitet werden, die man für sein Hauptprojekt vielleicht nicht benutzen würde. So können zum Beispiel Social Bookmarks sehr wirkungsvoll sein, wenn man Sie unter Verwendung geeigneter Keywords auf eine Yelp-Bewertung des eigenen Unternehmens, ein Xing-Profil oder positive Erwähnungen in Foren verweisen lässt, wobei hier immer wieder auch die Diversifizierung von Links berücksichtigt werden sollte. Die Mutterseiten, auf denen die Informationen unter den entsprechenden URLs angesiedelt sind, weisen in der Regel sehr viel Trust auf. Somit verträgt zum Beispiel ein Profil eines bekannten Social Media Dienstes viel eher "billige Links" und somit braucht man mit diesen in diesem speziellen Szenario nicht zu geizen.

Zielsetzung: Den eigenen Suchmaschinen-Fußabdruck unter Kontrolle haben!

Letzten Endes sollte Ziel all dieser Aktivitäten sein, das eigene Erscheinungsbild in einer Suchmaschine so unter Kontrolle zu haben, dass man möglichst positiv dasteht und zum Beispiel die gesamte erste Seite der SERPs zum Eigennamen mehr oder minder selbst im Griff hat. Der Aufwand der dafür betrieben werden muss, ist unterschiedlich hoch. In einigen Fällen können wenige Handgriffe genügen, sofern die eigenen Suchergebnisse nicht all zu "vor-belastet" sind und es auch keine anderen relevanten Personen gleichen Namens gibt. In anderen Fällen kann der Aufwand sehr groß werden. Hier müssen der Aufwand und der effektive Nutzen sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.

Eingestellt am 22.02.2014 / letztes Update 02.07.2014 durch zurück zum Ratgeber