Wie wichtig ist die Suchwortdichte wirklich?

Mit der Suchwortdichte (auch "Keyworddichte" oder "Keyword Density" genannt) umschreibt man die Häufigkeit des Vorkommens eines bestimmten Terms in einem Dokument im Verhältnis zur Menge des (Text)Inhalts insgesamt. Im Bereich der Suchmaschinenoptimierung wird die Suchwortdichte oftmals sehr wichtig genommen und im Zuge der Onpage Optimierung von Websites oft als entscheidend für ein gutes Ranking angesehen. Doch was ist hier Wahrheit und was Mythos?

Tatsächlich ist es natürlich so, dass ein Begriff mit dem man unter einer bestimmten Seite ranken möchte, auch auf dieser vorkommen sollte. Wie sonst sollte man Google und Co eine adäquate Chance geben die entsprechende Relevanz zu erkennen.

Früher war alles einfacher

Keywords vorkommen lassen ist natürlich simpel. Im Prinzip genauso simpel ist es, sich vorzustellen, dass ein häufigeres Vorkommen des Keywords den entsprechenden Effekt auch potenziell erhöht. Zu Anfang bis etwa Mitte des letzten Jahrzehnts wurde oft nach genau diesem Schema gearbeitet und HTML-Dokumente wurden mit Keywords geradezu überflutet, bis das Ganze schließlich so weit ging, dass Texte völlig verunstaltet wurden. Häufig fand damals (und findet man teilweise auch heute noch) Seiten im Web, die extrem nach schlichtem Spam aussahen und vor allem durch jede Menge Text mit einer hohen Suchwortdichte hervorstachen.

Oftmals rankten entsprechenden Websites vor anderen, mit seriösen und ernstgemeinten Inhalten - ein Umstand den Google natürlich so nicht hinnehmen konnte, denn schließlich muss es einer Suchmaschine um qualitativ hochwertige Suchergebnisse gehen. Auf der anderen Seite kann man die Suchwortdichte jedoch auch nicht komplett verteufeln, denn es wäre schlichtweg falsch, die Frequenz bestimmter Suchwörter überhaupt nicht mehr als Ranking-Relevant zu betrachten. Von daher wurdet es also differenzierter und somit komplizierter...

3% Keyworddichte? Oder doch besser 5% oder 7% ...?

Lange Zeit kursierten Weisheiten rund um die "optimale Keyword Density". Ein typischer Wert waren beispielsweise 5%, was bei einem Text mit 500 Wörtern zu einem Thema, mit dem man unter "günstige Winterreifen" ranken möchte bedeuten würde, dass man 25 Mal "günstige Winterreifen" oder auch Abwandlungen wie "preiswerte Winterreifen" oder "Reifen für den Winter preiswert" vorkommen lassen müsste, wobei es hier auch teils Starke Unterschiede in der Interpretation gibt, wann überhaupt ein Term "getroffen" wird und wann nicht. Andere Definitionen der Suchwortdichte können zum Beispiel auch weniger tolerant sein und das Vorkommen der einzelnen Begriffe zählt nur dann, wenn diese Zeichen für Zeichen dem angestrebten Suchwort entsprechen. Man merkt schon, dass es bereits an dieser Stelle etwas unscharf wird.

Dennoch halten sich bis heute vereinfachte Aussagen wie:

"Die ideale Keyworddichte beträgt 6%!"

Solche Vereinfachungen finden natürlich auch ihre Anhänger in jener Zielgruppe, die sich nicht mit der tatsächlichen Komplexität dieser Thematik befassen möchte oder wo schlichtweg nach einfachen Antworten gesucht wird.

Welche Webseiten-Bestandteile zählen überhaupt (wie viel)?

Die Festlegung auf eine bestimmte Keyworddichte hinkt schon alleine deswegen, weil in der Regel noch nicht einmal klar definiert ist, welche Inhaltsarten hier in welcher Weise mit rein-spielen. Hier einige Fragestellungen, die sicherlich in den meisten Fällen unbeantwortet bleiben werden:

  • Gehören META-Beschreibungen mit zum Gesamttext?
  • Was ist mit Text-Anteilen in Form von ALT-Tags, TITLE-Tags und Ähnlichem?
  • In wie fern werden zum Beispiel H1-, H2- oder H3-Überschriften stärker gewertet als normaler Text?
  • Zählen eventuell auch als fett oder unterstrichen markierte Textpassagen mehr als andere?
  • Erhöht das Vorkommen eines Keywords in einem externen oder internen Link die Suchwortdichte oder wird die entsprechende Wirkung stattdessen auf die an-gelinkte Seite vererbt?

All diesen durchaus angebrachten Fragen wird man nicht gerecht, wenn man versucht, einfach einen fixen Prozentsatz hinsichtlich der Suchwortdichter eine Website festzulegen. Auch aus diesem Grund ist eine solche Simplifizierung nicht Ziel-führend.

WDF * IDF

Die Formel WDF * IDF ist ein Versuch, das Paradigma einer möglichst hohen Keyworddichte ein Stück weit zu entkräften, bzw. diese ins Verhältnis zu anderen Dokumenten zu setzen. Während WDF (Within Document Frequency) beschreibt, wie stark ein bestimmtes Keyword innerhalb eines Dokuments vertreten ist, setzt IDF (Inverse Document Frequency) dies in Verhältnis zum "Rest des Internets". Man geht hier grundsätzlich davon aus, dass ein Begriff ein einzelnes Dokument umso besser beschreibt, desto seltener er in anderen Dokumenten vorkommt.

Beispiel: Ein Artikel in dem man über das (im Internet sehr selten, bzw. wahrscheinlich gar nicht vorkommende) Wort "Hydroschraubenschlüsselmechaniker" schreibt und diesen Begriff nur ein bis zwei Mal im Text vorkommen lässt, rankt unter dieser Suchphrase wahrscheinlich schnell ganz oben, während ein anderes Dokument, in dem es um das (im Internet mit Sicherheit sehr häufig vorkommende) Wort "Hund" geht, kaum gute Chancen haben wird, weit oben zu ranken, obwohl der Begriff zum Beispiel zehn Mal vorkommt.

Von daher ist WDF * IDF ein Indikator dafür, wie relevant ein bestimmtes Dokument für einen bestimmten Begriff ist, unter Einbezug von Faktoren die außerhalb des selbigen. Dies ist allerdings nur eine stark vereinfachte Zusammenfassung der Tragweite von WDF * IDF, wer dazu mehr erfahren möchte, besucht den Onlinemarketing-Blog von Karl Kratz, der diese Thematik im deutschsprachigen Raum massiv ins Gespräch gebracht hat.

Es gibt keine eindeutige Antwort!

Fazit: Weder lässt sich ein genauer Prozentsatz festlegen, der eine "optimale Suchwortdichte" angibt, noch lässt sich generell verallgemeinernd sagen, wie viel die Keyworddichte im Verhältnis zu anderen Faktoren wiegt. Wichtig ist im Grunde nur, dass der Seitenbetreiber sinnvolle Möglichkeiten nutzt, das angestrebte Keyword vorkommen zu lassen und dieses (wenn möglich) prominent positioniert.

Eingestellt am 27.11.2014 durch zurück zum Ratgeber