Googles Mobile-First Strategie

Schon seit geraumer Zeit sind mehr Nutzer mit Smartphone und Tablet im Netz unterwegs - je nach Themengebiet sogar häufiger als mit Desktop Computern - mehr als die Hälfte des Traffics insgesamt stammt mittlerweile von mobilen Endgeräten. Auch mehr als 50% der Suchanfragen werden bereits mobil getätigt. Das hat selbstverständlich Auswirkungen für Webseitenbetreiber und SEO Agenturen.

Ende März diesen Jahres hat Google mit dem Startschuss des Mobile-First Index auf diese Entwicklung reagiert und bewertet die Relevanz von Webseiten nach einer langen Vorlaufzeit nun zunehmend über die mobile Version von Webseiten. Das kann als ein einschneidender Paradigmenwechsel angesehen werden, denn bislang wurden ausschließlich die Desktop-Versionen einer URL von Google als Hauptindex für die Rankings verwendet - der Mobile Index war diesem mehr oder weniger untergeordnet. In Zukunft kann es zu völlig überarbeiteten Bewertungskriterien seitens Google kommen.

Warum mobile Versionen von Seiten

Im Laufe der Jahre gab es im SEO Bereich immer mehr oder weniger große Veränderungen. Das gewandelte Konsumentenverhalten im Zuge des mobilen Internets jedoch, ist eine sehr entscheidender Veränderung. Diese mobile Revolution, angefangen von der ständigen Verfügbarkeit des Internets, über die Verbreitung von Apps, bis hin zum mobilien Bezahlen hat zwangsläufig auch Auswirkung auf die Optimierung von Seiteninhalten.

Vorbei sind auch die Zeiten, in denen mobile Suchanfragen ausschließlich von unterwegs getätigt wurden, heute ist es nicht selten, dass Haushalte über gar keinen Desktop Rechner oder Laptop mehr verfügen, Smartphone und Tablett sind fest im Alltagsleben integriert. Immer häufiger greifen Nutzer also wie selbstverständlich auch zuhause aus zum Smartphone, wenn sie im Internet surfen, shoppen oder eben recherchieren. Eine Mobilversion einer Webseite gehört schon länger zum guten Ton, entscheidende Auswirkungen auf das Ranking hatten sie jedoch bis dato kaum, bzw. nur auf mobile Suchanfragen selbst.

Googles neuer Indexing-Prozess

Bereits im November 2016 hat Google das "Mobile-First-Indexing" angekündigt und seitdem diverse Tests durchlaufen, Anfang diesen Jahres begann dann die Umstellung. Nicht wie bisher schaut Google ob es zu einer Desktop Version einer Webseite auch eine mobile Variante gibt, sondern umgekehrt, die mobile Webseite kommt also zuerst. Durch die neue Indexierung wird Mobile SEO nun massiv aufgewertet. Erklärtes Ziel von Google ist es, Mobilnutzern somit bessere Ergebnisse zu liefern. Angesichts der verstärkten Nutzung ist dieser Schritt durchaus nachvollziehbar.

Zwar bleiben Seiten von denen es keine mobile Version gibt weiterhin im Index vertreten, Google empfiehlt Seitenbetreibern jedoch ausdrücklich die Inhalte mobil-freundlich zu gestalten.

Responsive Webdesign - Desktop, Tablet, Smartphone

Eine Website sollte auf jedem denkbaren Endgerät gut dargestellt werden.

Auf welche Aspekte kommt es bei Mobile SEO in der Praxis an?

Ganz neu ist das Thema Mobile SEO nicht, mit dem Mobie-First-Index bekommt es eine neue Relevanz. Mit zunehmender Leistungsfähigkeit von mobilen Endgeräten befindet sich auch der mobile Sektor in einem stetigen Prozess. Ein gute mobile Webseite stellt besondere Anforderungen an den Bereich Onpage-Optimierung und zeichnet sich unter anderem durch folgende Aspekte aus:

  • Die Seiteninhalte sind auch auf kleineren Bildschirmen gut lesbar, daher die Seite ist nutzbar, auch ohne den Zoom zu verwenden.
  • Der Inhalt der Seite kann gegenüber der Desktop Variante komprimiert dargestellt sein, sollte jedoch zusätzlich abrufbar sein. Im besten Fall stehen alle Inhalte der Desktop Version auch in der mobilen Variante zur Verfügung.
  • Die Seite lädt schnell. Die Ladezeit ist als offizieller Rankingfaktor insbesondere bei mobilem SEO von besonderer Bedeutung.

Folgende Aspekte sollte man zudem beim Mobile SEO beachten:

Responsive Design
Man muss nicht zwangsläufig eine gesonderte URL für die mobile Variante anbieten. Webseiten die im Responsive Design gestaltet sind, können ganz einfach für mobile und Desktop-Version optimiert werden. Zudem ist eine Webseite im Responsive Design weniger fehleranfällig und die unterschiedlichen Versionen lassen sich einfacher synchron halten als alternative Lösungen. Responsive Seiten werden von google bevorzugt und daher ideal für den neuen Index.

Gesonderte URL
Wird hingegen eine eigenständige mobile Variante der Webseite angeboten, gilt es einige Punkte zu beachten. Hier werden die Seiteninhalte für mobile Endgeräte optimiert, sodass alle wichtigen Inhalte in beiden Versionen abrufbar sind. Diese Variante benötigt gegenüber einer Responsive Design Webseite jedoch über einen zusätzlichen Pflegebedarf (insbesondere durch eine gesunderte URL, ähnlich wie es auch bei verschiedenen Sprachen häufig der Fall ist) und eignet sich eigentlich nur für Webprojekte mit statischen Inhalten.

Veränderte Navigation
Wichtig ist es auch zu bedenken, dass mobile Nutzer nicht per Maus sondern mit dem Finger navigieren. Es ist also von enormer Wichtigkeit, dass alle Seitenelemente auch präzise mittels Berührungen funktionieren.

Mobile Keywords und Sprachanfragen
Mobile und Desktop Keywords müssen unterschiedlich behandelt werden. Mobil wird weit weniger detailliert gesucht, wie es etwa bei der Desktop-Suche z.B. über Operatoren häufig Anwendung findet. In der Regel sind mobile Keywords kürzer und schlichter, oft schleichen sich auch Tippfehler oder Abkürzungen in mobile Suchanfragen ein, was man bei der Optimierung berücksichtigen kann. Mobile Suchanfragen sind weiterhin besonders häufig auch lokale Suchanfragen. Dies kann beim Mobile SEO berücksichtigt werden, etwa wenn Nutzer nach Hotels, Restaurants oder ähnlichem in der unmittelbaren Nähe suchen. Zudem werden Sprachanfragen für die mobile Suche im Netz immer relevanter.

In Zukunft werden mobile Suchanfragen weiter zunehmen. Um Nutzer weiterhin zufriedenzustellen ist es somit notwendig auch Zeit in die Erstellung und Pflege von mobilen Seiten zu investieren, bzw. das Responsive Design hinsichtlich der mobilen Nutzung zu optimieren.

Eingestellt am 18.12.2018 durch Timo Ostermannzurück zum Ratgeber